Family & their reactions

Mein Cousin erzählt gerade Storys an der Uni herum, er stamme aus einer alten Architekten- und Ingenieursdynastie. Sowohl meine Urgroßeltern als auch meine Ururgroßeltern von dieser Seite waren Bauern. Sein Großvater war Maschinenschlosser und arbeitete sich zum Dipl. Ing hoch. Sein Vater macht auch etwas Vergleichbares. Drei Generationen mit ihm. Wow. Die andere Seite von mir stammt aus einer langen Tradition aus Bauern, die gerne mal andere mit Dreschflegeln verklopften, in Kriegszeiten es irgendwie hinbekamen, Heere anzuführen (ohne sie, wie ich es würde, zu verlieren) oder waren Priester.

Daraufhin konfrontierte ich mal Teile der Sippschaft mit dieser Aussage. Hier die empirischen Ergebnisse einer ethnografischen Studie im Land zwischen Knödeln und Kutteln.

„Mom, ich stamme fei aus einer Dynastie von Architekten und Ingenieuren.“
„Kind, Du warst echt schlecht in Mathe.“
„Ja, ich weiß.“
„Ich auch. Dynastie? Ist das ansteckend?“

„Vadder, ich stamme fei aus einer Dynastie von Architekten und Ingenieuren.“
„Du stammst aus einer Dynastie von Pyromanen, erfolgreichen Kneipenschlägern und Erleuchteten. Wir wurden generationenübergreifend entweder Bauern, Schreiner, Polizisten oder Geistliche. Sag das dem und walte Deines Amtes.“
„Ihm zu sagen, dass Lügen unchristlich ist.“
„Besinne Dich auf Deine Wurzeln und box ihm auf den Arm!“

„Brudilein, ich stamme fei aus einer Dynastie von Architekten und Ingenieuren.“
„Grummel. Nein Zwerg, die Holzkarotte kommt nicht in den Mixer. Himmelherrgott. Was?“
„Ich stamme fei aus einer Dynastie von Architekten und Ingenieuren.“
„Äh, du stammst aus einer Familie von Irren. Genauso wie ich. Machs wie Onkel P und werd Priesterin und versuch Papst zu werden. Dann richtest Du weniger Unheil an, als wenn Du Gebäude konstruierst. Glitzernde Gebäude. Nein, auch keine Holzkartoffel!“

queen-e

Laminatrix wird achtsam?!

Ja, ich gebe Euch einen grundlegenden Einblick in mein Achtsamkeitsprojekt.

Mein Ziel war es, etwas mehrauf mein Leben zu blicken, zu sehen, was mich momentan stresst und dann noch einen etwas gesünderen Lebensstil zu installieren.

Das Thema Stress ist ein großes bei mir. Mein Job ist wenig planbar und da ich einige Kolleg*innen habe, die Stress unglaublich gerne potenzieren und umverteilen, musste ich mir eine eigene Strategie zu Recht legen.

Begonnen habe ich damit, meine Termine klar strukturiert vorzuplanen, um mich dann ans Priorisieren zu machen. Schnell war klar, dass To-Do-Listen nichts in meinem Kalender zu suchen haben. Da ich sowieso von einer leichten Notizbuch-Obsession geplagt bin, habe ich mir eines meiner zahlrechen Bücher geschnappt und darin versuche ich, ein System von To-Do-Listen und Zielen zu entwickeln, das für mich passt.

Ich begann zunächst mit den klassischen To-Do-Listen für drei Tage, mir wurde dann aber klar, dass ich größere Zeiträume brauche, um meine Punkte, die ich abarbeite besser zeitlich strukturiert zu bekommen. Daraus folgte meine Wocheneinteilung und die thematische Einteilung.

Zunächst habe ich meine Arbeit in meine Kernbereiche aufgeteilt.Nach der thematischen Strukturierung habe ich priorisiert.

Danach kamen längerfristige, sich immer wieder wiederholende Aufgaben, die ich ein Mal in der Woche, ein Mal im Monat oder ein Mal im Quartal checken muss. Am Ende einer jeden Woche gibt es eine Doppelseite. Die wie folgt unterteilt ist: … und weiter- darauf kommt alles, das noch auf die folgende Woche verschoben werden kann. Die zweite Seite heißt: Und sonst so, wo alles Platz findet, das weiterlaufen kann.

Ich tu mich gerade schwer, mir vorgefertigte Konzepte zum Bullet Journaling anzueignen und probiere selbst herum.

… wir werden also sehen…

Sätze, die man als abgebrochener Referendar hört Vol II

  • Und was machen Sie, verdienen Sie jetzt Geld?

Nee, eigentlich überfalle ich in einem Bärchenkostüm Tankstellen. Wahlweise verkleide ich mich als Einhorn oder als singende Himbeere.

  • Ah, kann man das also arbeiten?

Ja und das Beste ist, man bekommt sogar Geld dafür von dem ich dann meine Rechnungen bezahle. Sachen gibts.

  • So als Erzieherin ist das sicherlich eine Umstellung?

Ja, Erzieherin. Nicht, dass ich gerade meine Jobbezeichnung UND meinen Arbeitgeber genannt habe. Nein. Ich bin Erzieherin und arbeite im Kindergarten. OK, manchmal komme ich mir auch in der Erwachsenenbildung so vor: Aber ja, ich bin im Kindi, mit Menschen über dem gesetzlich festgelegten Pflichtschulalter.

  • Also ich habe ja keinen Urlaub.

Nee, nennt sich Ferien. Kannste anders einteilen. Merkste was.

  • Wissen Sie, ich weiß nicht wie ich meine zehn Überstunden, die ich im Jahr mache abbauen soll.

Ja, mit einer Aborndung an diverse Bildungsinstitutionen hat man es so schwer. Zehn Überstunden machen andere Arbeitnehmer und auch Deine Kollegen in einem Monat, mancheiner von uns auch in einer Woche (look at moi). Klar, kann man die unter jenen Bedingungen nur anders abbauen, aber es geht. Trust me.

Milch macht Pickel.

Bravo Girl und mich verbindet eine jahrzehnte andauernde kontroverse Beziehung. Ich habs diese Zeitschrift nie gelesen. Eigentlich war ich eher die Brigitte Young Miss – nicht ganz so strange emanzipationsbewegt wie heute, aber schon mit gewissen Tendenzen. Damals von mir heiß geliebt: Die Schminke- und Kosmetikseiten.

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Heute ist es die Bravo Girl, die ich gerne lese, vor allem wegen des gerne verbreiteten Bullshits. Manches mag seine Berechtigung haben, anderes ist ziemlich hinterfragungswert. Ich weiß, dass sich die Mädels von PinkStinks zur Geruchskampagne geäuert haben und ich finde das Thema zwar ähnlich ekelhaft, aber da gibts noch einen schöneren Aspekt. Beauty.

Die Tipps aus der Bravo Girl sind manchmal etwas hahnebüchen, denn sie vergessen eins: Jede(r) ist anders. Mein liebstes Beispiel sind Pickel. Ich, 30, Akademikerin habe Pickel. Und zwar bekomme ich diese garstigen Viecher immer, wenn ich Zinkmangel habe. Nicht, wenn ich Milch trinke, Fleisch esse oder der Vollmond im Zenit steht.

Ich wünsche mir von der aktuellen Mädelsgeneration etwas mehr Zutrauen in sich und nicht in Beautykram. Deswegen habe ich auch aufgehört, #fressebert zu posten, da ich derart angeödet bin. Ja, man hat seine kleinen Hacks, aber die gelten nicht für alle, da wir alle eine unmenge genetischer und umwelttechnischer Barrieren haben, um pickelfrei zu sein. Man hat genau dann die Option, sich exzessiv mit Hautpflege und Gedönz auseinander zu setzen. Oder man lässt es, dann ist die Kiste geregelter und man kann sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Meine neueste Erkenntnis zum Jahresziel Achtsamkeit

Höcki, my fuhrer…

Ich frage mich ernsthaft, was in Björn Höckes Kopf eigentlich vorgeht. Das mache ich nicht als Bürgerin der BRD sondern als böhmischstämmige Verwandte von NS-Opfern. Vor 75 Jahren starb – oder eher verreckte – meine Großtante elendiglich in Ravensbrück. Sie, die volksdeutsche Mutter von sechs Kindern. Sie, die arisch bis ins Mark war – blöderweise glaubte sie falsch. Ebenso mein Urgroßvater, der aber aus dem Lager wieder frei kam. Katholisch, sehr deutsch aber blöderweise unbeugsam.

Höcke fordert von uns die neuen Preußen zu werden. Blöderweise vergisst er dabei, dass es genau eine Horde Preußen waren, die gerne Hitler unter die Erde gebracht hätten. Ich halte von einigen dieser Preußen sehr viel – obwohl ich im Herzen katholische Böhmin bin, aber eine Marion Gräfin Dönhoff zollt mir jegliche Form des Respekts ab. Aber das hat der Herr Geschichtslehrer blöderweise vergessen. So defizitär das Lehramtsstudium auch sein mag, das sollte man wissen – immerhin besteht man in BW wegen solcher Fauxpas das Ref (hoffentlich) nicht.

Ich habe kurz überlegt, ob mir diese Äußerung, dass das Holocaustdenkmal ein Schandfleck sei, wehtun sollte, aber ich entschloss mich dazu, lieber eine widerständige Haltung einzunehmen. Ich kenne genug Juden, um sagen zu können, dass diese Menschen genau solche Arschlöcher sein können, wie Biodeutsche, aber ebenso liebenswert. Wir sind alle Menschen. Vielleicht hat das Nationalbot Björni einfach vergessen. Seine geballte Wut wirkt wie die eines Spießbürgers, um seine Trauer darüber zu überdecken, dass er nicht auf ein Konstrukt stolz sein darf. Ich sehe es da wie der große böhmische Philosoph Joseph Schwejk: „Und deshalb muss Schrecken sein, damit die Trauer für was steht.­“

Der Schrecken sind nicht die Geflüchteten oder die Linken. Der Schrecken ist der Versuch, das Abendland zu retten. Dass dieses aber vor allem von denjenigen profitierte, die neu ankamen und heimisch wurden, haben unsere braunen Freunde vergessen. Ich habe Freunde, deren Familien, die als vertiebene Deutsche, die Menschen über Grenzen schleusten, nach Deutschland kamen. Ich habe Freunde aus allen möglichen Ländern und ohne sie wäre mein Leben ärmer. Und ich profitiere auch davon, dass meine Familie offen über unsere Opfer in der Familie spricht. Denn von diesen Menschen habe ich eins gelernt, dass es meine Verpflichtung ist, durch mein Bekenntnis auch andere anzunehmen.

Ihr wollt das christliche Abendland schützen? Dann lest die Bibel, setzt Euch mit Jesus auseinander. Mit Jesus dem alten Kommunisten!

Adventsgedanken

Ich mag den Advent nicht. Nicht das Theologische dahinter, sondern vielmehr das Gedönz im Vordergrund. Gerade in der Adventszeit tut sich jeder semibegabte Musikus hervor – und es geht mir auf den Senkel mit „do they know it’s white christmas and silent night -2-3-4“. Überall sind diese wenig talentierten schief singenden Grundschülergruppen mit Tamburinen und Blockflöten (Kälte schadet diesen Instrumenten, ihr Honks), die dann schief und in seltsamen Tonhöhen amerikanische Ghospel vertonen. Alle Welt findet es dann aber gefälligst süß, weil man es seit Jahrzehten so macht.

Ich nicht. Ich finds scheiße, dass Egostate zu Lasten meiner Ohren geht. Ich kotz ja auch nicht jedem vor die Füße, wenn es mein Bedürfnis ist.

Weil wegen Titten

Inspiriert von LuLikes 5 bekackte Dinge, die Mädchen zu hören bekommen, feiere ich erstmal ab, dass ich 30 bin und jetzt aus dem „Angelabertwerden-Alter“ raus bin.

Ja, mit 30 ist es mir egal, was andere von mir denken und ja, es ist befreiend. Es ist so, wie Abitur haben oder das erste Mal ohne Angst Autobahnfahren. Yay 30!

Doch auch ich bin nicht gefeiht vor dummen sexistischen Sprüchen und zwar von Frauen. Ich gehöre leider zu den Frauen, die jetzt nicht das göttlichst-pralle Dekoltee haben, aber es ist mir egal. Geil finde ich es, wenn andere Frauen meinen, mir erklären zu müssen, dass ich damit jetzt gefälligst ein Problem  haben soll. Ok.

Tittentrauma der Mittelstufe

Vielleicht fehlt mir die eklatant weibliche Erfahrung, in meiner Teenagerzeit auf meine Brüste reduziert worden zu sein. Es muss etwas unwahrscheinlich Befreiendes gehabt haben, dass es scheißegal war, was man sagte oder dachte, weil gefühlt (oder eingebildet) jeder Typ sabbernd im Dekoltee versank. Titten raus und der Trottel putze einem die Tafel, trug einem die Schultasche oder hat einem den Platz im Bus freigemacht. Im Sportunterricht konnte man dann oft sagen, dass man leider nicht kann – weil man oft keinen Bock zu haben schien.

Ich kenne genug Mädels mit großer Oberweite, die sich selbst nie darauf reduzierten, die litten oder die sich unwohl fühlten. Das geht auch nicht an sie, sondern mehr an diejenigen, die sich selbst heute noch, mit weit über 20 auf ihren Vorbau reduzieren. Warum macht ihr das? Ist es wirklich so toll, wenn jemand einem nicht zuhört? Oder so super, die eigene Attraktivität an zwei evolutionär relevanten Fettreserven der Größe X festzumachen? Niemand möchte doch auf seine Körpermerkmale reduziert werden. Jeder weiß, dass das einst mächtig schief gelaufen ist, spätestens, seitdem Rassen und Eigenschaften massiv am Äußeren festgemacht wurden. Für eine Deutsche sind meine Wangenknochen zu hoch, meine Hüften zu breit und meine Haut zu gelb und zu hell. Ich muss von den Hunnen abstammen und folglich von Flösen aus Wildtiere mithilfe von Speeren jagen. Sehr logisch.

Autosexismen

Ich liebe ja diese Art des Autosexiusmus, denn andere Frauen den Maßstäben zu unterwerfen, von denen man in der Frühphase des eigenen Teenagerdaseins profitierte, einen aber auf gewissen Verhaltensweisen und -muster verhaftet, zeugt von einer sexistischen Einstellung dem eigenen Geschlecht gegenüber.  Ich würde es auch als eine Art Phänomen der heterosexuellen Wertedichotomie bezeichnen, denn die starke Zuschreibung darauf, was jetzt genau weiblich zu sein hat, beschließt sich nicht nur auf Verhalten, sondern in diesem Fall auch auf körperliche Merkmale. Dies geht so weit, dass es durchaus Frauen gibt, die Männern, die eine etwas zierlichere Frau haben, vorwerfen, diese seien pädophil. Aber warum eigentlich?

Als sich Anfang der 2000er Britney Spears die Möpse vergrößern ließ, hallte der Aufschrei durch die Landschaft, denn Silikonmöpse waren bis dato etwas für Pam Anderson, die auch Hobbypornos drehte. Das amerikanische Nationalhymen blieb aber unangetastet und so schrie es aus jeder Ecke. Gleichzeitig wurde unbewusst das Signal gegeben: Deine Möpse definieren Dich als Frau.

Sehr sinnvoll, wenn man bedenkt, dass die Generation unserer Mütter doch zu denen gehört, die zumindest in die Nähe einer Gleichbehandlung rutschten.

Open your mind – not your blousse

Manchmal würde ich diese Mädels gerne schütteln, manchmal auf den Boden werfen und einen Sharpshooter ansetzen. Ja, ihr akzeptiert gefühlt 1/6 Eures Körpers. Macht das doch bitte auch mit den anderen fünf. Ja, es ist schwierig, das später zu tun, aber glaubt mir, es lohnt sich, denn dann werdet ihr als Mensch wahrgenommen und auch als Mensch gut oder scheiße gefunden.

Idiotensexismus…

Fundstück zum Wirkenlassen… Einfach ein Highlight aus der Rubrik Superillu Erotik… Die Superillu ist das Heft aus dem garantiert sich viele Pegida-Jünger speisen, weil es DIE Illustrierte in den neuen Bundesländern ist und eine Institution aus DDR-Zeiten.

Hier achte man mal auf die Beschreibung der Körbchengrößen…

Neben der Beschreibung der Augenfarbe (schokoladig) finde ich ja den Vergleich mit mittelgroßen Orangen toll? Sind die Dinger etwa orange und dellig?

Sexismus kann auch witzig sein, wenn er so dämlich wie das daher kommt.

#thankyoutrump #dankemerkel

Superdupermarkt

Ja, ich mag meinen örtlichen Superdupermarkt nicht. Es ist NIE das da, was man braucht, man bekommt eine fachkundige Beratung, deren Inhalt ist: Wat brauchn se? Ja nich mein Problem.

Doch heute schoss meine liebste Verkäuferin, nennen wir sie Frau Brech nicht den Vogel, sondern nen ganzen Schwarm Andenkondore ab.

Nachdem es keinen Joghurt für mich gab, nahm ich ne Packung Russisch Brot und ne Coke mit. Ich ging an die Kasse und wollte zahlen. Mein Bargeld reichte nicht für die 2 Euro drölf, deswegen gab ich ihr die EC-Karte. Sie saß wieder da, gestyled wie ein explodierter Transenweihnachtsbaum und mit einer Laune, die einem jegliche Form der Freude versaut.

Sie: Geht net

Ich: Wie?

Sie: Ja, da isch ne Sperre drin, ab 5 Euro (komischerweise habe ich neulich auch für 3,34 per Karte bezahlt)

Ich: Dann stornieren sie’s.

Sie: Nee, sie suchen jetzt noch was.

Ich: Äh, nein!

Sie: Doch – und legt meine Karte hinten auf die Ablage

Ich: Das is ja jetzt net ihr Ernst. Geben sie mir meine Karte sofort wieder.

Sie: Sie holen jetzt was.

Ich hab meine Karte wieder und hoffe, dass ich mich nicht zu sehr über dir seltsame Laserkasse gelegt habe. Aber dieser Drecksladen sieht mich sicherlich nicht mehr so schnell von innen.