Sprachfähig sein

Nach einer umfassenden Diskussion zum Artikel von Ninia LaGrande auf Bento: http://www.bento.de/politik/kleiderordnung-schuelerinnen-sollen-auf-hotpants-und-uebertiefe-dekolletes-verzichten-1451626/

Ich denke, man darf eines nicht vergessen: Dieses Thema – nämlich das jährlich aufflammende Thema: „Braucht man einen Dresscode in Schulen?“ und ja, es war auch in den letzten Jahren meiner Schulzeit ein beliebtes Aufsatzthema. Böööörp…

Gleichzeitig fällt mir immer wieder ein Aspekt auf, den man sowohl Pädagogen als auch männlichen Mitschülern unterstellt: Sie würden abgelenkt. Kaum eine Berufsgruppe innerhalb des pädagogischen Feldes ist so auf seinen professionellen Ethos bemüht, wie die Berufsgruppe der Lehrer*innen und kaum eine Gruppe sieht sich im ständigen Kreuzfeuer – vor allem männlichen Lehrern unterstellt man des öfteren, sie könnten sich nicht beherrschen…

Spielplatzmanfred und schöner Sportlehrer

Irgendwo zwischen diesen beiden Typen spielen sich die männlichen Lehrerbilder ab. Das Gute daran ist, dass es genug männliche Lehrer gibt, die einfach nur ihren Job machen. Gleichzeitig ist aber auch die Quote derer besonders hoch, die man als klassische Nichtficker verstehen könnte. Dabei sind die Fächer egal, allerdings zieht der Lehrerberuf auch Menschen an, die gerne Macht ausüben und hier sind jene schmierigen, latent dämlichen Skandallehrer, die gerne von hinten auf ein Blatt spannen, doch leider eher prädestiniert dafür.

Jede*r von uns hatte diesen einen Lehrer, der die Hand zu hoch auf den Arm legte oder dessen Blick vom Gesicht gerne mal abwäts rutschte. Und in jedem Kollegium gibt es einen solchen Deppen, der aber in gewisser Weise auch gewähren kann, denn durch gewisse Codes und Machtmechanismen innerhalb von Kollegien – und das nicht nur in Schulen – gibt es hier eine fehlende Sprachfähigkeit innerhalb von Institutionen.

 

Auf die Plätze, fertig, Schutzkonzept

Als Kind der Jugendarbeit, weiß man, dass Schutzkonzepte toll sind. Man hebt dieses Thema auf eine andere Ebene, man verbalisiert Unsicherheiten und man kann Verhalten ansprechen. Verhalten, das komisch anmutet, Verhalten, das geht und das nicht geht.

Sprachfähigkeit hat etwas mit Angstfreiheit zu tun und auch damit, den eigenen professionellen Umgang zu reflektieren.

Ein Schutzkonzept an Schulen wäre auch insofern eine Entlastung für die Lehrer*innen, da es eine formale Anleitung zum Umgang mit Missbrauch ist. Gleichzeitig kann dieses auch helfen, insofern ein Kommunikationssystem mit initiiert ist, auch anonym zu melden. Denn im Beamtensystem herrschen andere Mechanismen, als in anderen Institutionen. Bestimmte Personengruppen haben in solchen Systemen immer mehr Ansehen, als andere, was widerum dazu führt, dass sich Machtmechanismen verselbstständigen.

 

Denn eigentlich sind die Teenagerbrüste und die Teenagerhintern nicht das Problem. Das Problem ist ein System, das auf Preussens Moralkodex basiert – nur leider ist der 1918 gefallen. Doch so lange das Weib zu locken scheint, darf Sabberpaule die Achtklässlerinnen und die Referendarinnen ansabbern – ohne, dass es den Rektor juckt. Nur hats leider noch keiner hinterfragt.

 

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