Weil wegen Titten

Inspiriert von LuLikes 5 bekackte Dinge, die Mädchen zu hören bekommen, feiere ich erstmal ab, dass ich 30 bin und jetzt aus dem „Angelabertwerden-Alter“ raus bin.

Ja, mit 30 ist es mir egal, was andere von mir denken und ja, es ist befreiend. Es ist so, wie Abitur haben oder das erste Mal ohne Angst Autobahnfahren. Yay 30!

Doch auch ich bin nicht gefeiht vor dummen sexistischen Sprüchen und zwar von Frauen. Ich gehöre leider zu den Frauen, die jetzt nicht das göttlichst-pralle Dekoltee haben, aber es ist mir egal. Geil finde ich es, wenn andere Frauen meinen, mir erklären zu müssen, dass ich damit jetzt gefälligst ein Problem  haben soll. Ok.

Tittentrauma der Mittelstufe

Vielleicht fehlt mir die eklatant weibliche Erfahrung, in meiner Teenagerzeit auf meine Brüste reduziert worden zu sein. Es muss etwas unwahrscheinlich Befreiendes gehabt haben, dass es scheißegal war, was man sagte oder dachte, weil gefühlt (oder eingebildet) jeder Typ sabbernd im Dekoltee versank. Titten raus und der Trottel putze einem die Tafel, trug einem die Schultasche oder hat einem den Platz im Bus freigemacht. Im Sportunterricht konnte man dann oft sagen, dass man leider nicht kann – weil man oft keinen Bock zu haben schien.

Ich kenne genug Mädels mit großer Oberweite, die sich selbst nie darauf reduzierten, die litten oder die sich unwohl fühlten. Das geht auch nicht an sie, sondern mehr an diejenigen, die sich selbst heute noch, mit weit über 20 auf ihren Vorbau reduzieren. Warum macht ihr das? Ist es wirklich so toll, wenn jemand einem nicht zuhört? Oder so super, die eigene Attraktivität an zwei evolutionär relevanten Fettreserven der Größe X festzumachen? Niemand möchte doch auf seine Körpermerkmale reduziert werden. Jeder weiß, dass das einst mächtig schief gelaufen ist, spätestens, seitdem Rassen und Eigenschaften massiv am Äußeren festgemacht wurden. Für eine Deutsche sind meine Wangenknochen zu hoch, meine Hüften zu breit und meine Haut zu gelb und zu hell. Ich muss von den Hunnen abstammen und folglich von Flösen aus Wildtiere mithilfe von Speeren jagen. Sehr logisch.

Autosexismen

Ich liebe ja diese Art des Autosexiusmus, denn andere Frauen den Maßstäben zu unterwerfen, von denen man in der Frühphase des eigenen Teenagerdaseins profitierte, einen aber auf gewissen Verhaltensweisen und -muster verhaftet, zeugt von einer sexistischen Einstellung dem eigenen Geschlecht gegenüber.  Ich würde es auch als eine Art Phänomen der heterosexuellen Wertedichotomie bezeichnen, denn die starke Zuschreibung darauf, was jetzt genau weiblich zu sein hat, beschließt sich nicht nur auf Verhalten, sondern in diesem Fall auch auf körperliche Merkmale. Dies geht so weit, dass es durchaus Frauen gibt, die Männern, die eine etwas zierlichere Frau haben, vorwerfen, diese seien pädophil. Aber warum eigentlich?

Als sich Anfang der 2000er Britney Spears die Möpse vergrößern ließ, hallte der Aufschrei durch die Landschaft, denn Silikonmöpse waren bis dato etwas für Pam Anderson, die auch Hobbypornos drehte. Das amerikanische Nationalhymen blieb aber unangetastet und so schrie es aus jeder Ecke. Gleichzeitig wurde unbewusst das Signal gegeben: Deine Möpse definieren Dich als Frau.

Sehr sinnvoll, wenn man bedenkt, dass die Generation unserer Mütter doch zu denen gehört, die zumindest in die Nähe einer Gleichbehandlung rutschten.

Open your mind – not your blousse

Manchmal würde ich diese Mädels gerne schütteln, manchmal auf den Boden werfen und einen Sharpshooter ansetzen. Ja, ihr akzeptiert gefühlt 1/6 Eures Körpers. Macht das doch bitte auch mit den anderen fünf. Ja, es ist schwierig, das später zu tun, aber glaubt mir, es lohnt sich, denn dann werdet ihr als Mensch wahrgenommen und auch als Mensch gut oder scheiße gefunden.

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