Holland und so

Nachdem erzählmirnix auf fettlogik das Thema Brüste geblogged hat. Auslöser war dieses Video…

Ich habe dieses Thema ja auch zu meinem gemacht, denn auch ich habe schon darüber geblogged. Wie oft höre ich von anderen Frauen dumme Kommentare zu diesem Thema. Andererseits beneiden mich viele Mädels darum, dass ich verhältnismäßig wenig Oberweite habe.

Mit 13/14 war es mir schrecklich peinlich, dass ich nicht so üppig ausgestattet war, wie andere Mädels. Ich kam mir unweiblich und schrecklich eckig vor. Nicht zuletzt die Aussagen mancher meiner Klassenkamerad_innen, die darüber, dass ich eben nicht kurvig war und mir die Haare abschneiden ließ, führten dazu, dass ich an meiner eigenen sexuellen Orientierung zweifelte. Heute muss ich darüber schmunzeln, aber allein der Gedanke, dass einem jemand eine Transidentität versucht aufzulabern, bewirkt in mir eine Art Brechreiz. Aber das nur am Rande…

Viel spannender finde ich Sätze wie: „Nur Frauen mit großen Brüsten sind attraktiv“, „Ich bin hübscher als Du, ich habe große Brüste“ und auch „An mir hat man etwas anzupacken, wer will denn so einen Knochen wie dich?“ Abgesehen davon, dass solche Aussagen einfach nur dazu dienen, jemand anderen zu verunsichern und zu verletzen, finde ich, lassen sie sehr viel deuten, wie der Mensch tickt, der so etwas sagt. Ich möchte auch einmal in meinem Leben auf mein Äußeres reduziert werden und das dauerhaft. Jeder liebt doch andere nur wegen deren Körper. Sympathie, Humor, gemeinsame Interessen und Werte sind völlig egal. Hauptsache die präferierten Körperteile sind so, wie man sie sich zusammenidealisiert. Ganz bumms, ob der Mensch an sich toll ist oder ein völlig hilfloser, antiliebenswerter Misanthrop.

Es auch noch geil zu finden, dass man selbst auf den eigenen Körperbau reduziert wird, ist ungefähr so cool, wie es damals die Leute waren, die in der Schule Schrei- und Weinkrämpfe hatten, wenn unter der Mathearbeit eine 1-2 bzw. nur 14 Punkte standen. Und wie auch in der Schule damals gilt für mich heute auch noch. Ich bin qualifiziertes Mittelmaß, an der einen Seite zu viel und an der anderen zu wenig. Na und?, das zeichnet mich ja auch aus. Wie damals im Abi. Ich bin noch heute stolz auf meine 4 Punkte im Mathe- Abi und meine eins im Abi in Deutsch und in Reli. Warum? Weil ich sonst BWL studiert hätte oder etwas anderes, mit dem man toll hätte Geld machen können und wahrscheinlich im ersten Semester schon abartig Schiffbruch erlitten hätte. So sehe ich das auch mit menschlichen Beziehungen. Wenn man nur auf ein äußerliches Attribut reduziert wird, das auch noch gut findet, erleidet man Schiffbruch und dagegen war die Titanic ein Kindergeburtstag mit rosa Hütchen.

 

 

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