St. Martin, die Zwerge und ich

Jedes Jahr am St. Martins Tag muss ich grinsen, denn überall sind Minimenschen mit ihren Mamas und Papas unterwegs, um ihre Laternen spazieren zu gehen. Als ich während der Schulzeit des Öfteren Adventssänger, Kindergruppen oder auch Kindergartengruppen bei Spaziergängen begleitet habe, kam es immer wieder zu netten Begegnungen mit der Textsicherheit. St. Martins

Dabei kommt es immer wieder zu klassischen Verhörern und Versingern von Kindern und Erwachsenen. Sei es der Erdbeerschorsch oder Anneliese Braun. Am Schönsten ist es allerdings, wenn sie das krumm und schief jaulen – im Gegensatz zu ihren Vätern, die ich eher im Sommer am Straßenfest jaulen höre. Mein Highlight war heute:

„Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
sein Ross, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Hut,
sein Mantel deckt ihn warm und gut.“

Der katholische Kindergarten hatte dann mit den Kindern noch über Armut gesprochen und dass man teilen müsse. Dann hatten sie ihre alten Kindersachen der Diözese gespendet und mir dann im Vorbeigehen erklärt, dass sie jetzt armen Menschen helfen. Das war nicht nur süß, es freute mich und mir ist es egal, ob es nun Laternenfest oder St. Martin heißt, so lange man sich dem Geist des Gedenktages verbunden fühlt und wir uns im Klaren sind, dass auch wir etwas von St. Martin weitergeben sollten. Sei es einen Tee, den wir einem armen Menschen, der in der Fußgängerzone bettelt, bringen, oder ob wir unsere Kleider, die noch neu sind aber nie getragen wurden an caritative Einrichtungen spenden. Paris zeigte unlängst, dass auch wir hier im Westen nicht vor Gewalt und der Angst davor sicher sind, deswegen braucht es viele St. Martins, die selbst denjenigen helfen, die weniger haben. Damit meine ich aber nicht nur materielle Dinge, sondern auch Wärme, Achtung und Wertschätzung. Das äußert sich in vielen kleinen Dingen und wir sollten endlich anfangen und couragiert und mutig gegen diejenigen zu stellen, die diese Wertschätzung anderen nicht entgegenbringen. Ich erwarte nicht, dass man eine Gegendemo gegen Pegida initiiert mit x-Hundert Mitmenschen, sondern, dass man, wenn man im Supermarkt verdorbene Waren sieht oder angebrochene Packungen, diese abgibt, anderen beim Aufsammeln der aus der Tüte gefallenen Waren hilft oder bei einem Auffahrunfall den beiden Beteiligten die Arbeit abnimmt, die Polizei zu rufen oder auch mal einem alten Menschen über die Straße hilft. Ich habe oft bei sowas ein Lächeln bekommen, nicht mehr. Ich ertappe mich oft, dass ich nicht helfe, weil ich selbst in Eile bin und das ist etwas, das ich noch ändern muss.

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3 thoughts on “St. Martin, die Zwerge und ich

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