Der Ritt durchs wilde Schwabistan

Wer fremd erscheint, wird beäugt. Das ist auf dem Land immer so. Da ich nicht so oft in Purzelbach, meiner Heimatgemeinde bin, wirke ich auf manche*n Einheimische*n fremd.

So stand ich neulich vor der Fahrschule, in der ich meinen Führerschein gemacht hatte und wollte mich informieren. Die Seniorchefin unseres Nobelrestaurans sah mich und wollte wissen, was ich tue. Sie beschloss, ihren Olenander zu gießen und mich unauffällig ins Gespräch zu verwickeln. Klappte aber nicht so…

Der Ritt durchs wilde Schwabistan

Meine Physio ist eine unendlich inspirierende Frau, die ich nicht nur wegen ihrer Fachkomptenz, sondern auch menschlich mega schätze 🙂

Heute inspirierte sie mich zu einer neuen Rubrik… Schwabistan

In dieser Rubrik werden lustige, befremdliche, seltsame, absurde Begegnungen zum Thema Schwaben gesammelt. Ähnlich wie „Laminatrice und früher“ werden witzige und verstörende Dinge betrachtet… #aufaufdurchschwabistan

Sprachfähig sein

Nach einer umfassenden Diskussion zum Artikel von Ninia LaGrande auf Bento: http://www.bento.de/politik/kleiderordnung-schuelerinnen-sollen-auf-hotpants-und-uebertiefe-dekolletes-verzichten-1451626/

Ich denke, man darf eines nicht vergessen: Dieses Thema – nämlich das jährlich aufflammende Thema: „Braucht man einen Dresscode in Schulen?“ und ja, es war auch in den letzten Jahren meiner Schulzeit ein beliebtes Aufsatzthema. Böööörp…

Gleichzeitig fällt mir immer wieder ein Aspekt auf, den man sowohl Pädagogen als auch männlichen Mitschülern unterstellt: Sie würden abgelenkt. Kaum eine Berufsgruppe innerhalb des pädagogischen Feldes ist so auf seinen professionellen Ethos bemüht, wie die Berufsgruppe der Lehrer*innen und kaum eine Gruppe sieht sich im ständigen Kreuzfeuer – vor allem männlichen Lehrern unterstellt man des öfteren, sie könnten sich nicht beherrschen…

Spielplatzmanfred und schöner Sportlehrer

Irgendwo zwischen diesen beiden Typen spielen sich die männlichen Lehrerbilder ab. Das Gute daran ist, dass es genug männliche Lehrer gibt, die einfach nur ihren Job machen. Gleichzeitig ist aber auch die Quote derer besonders hoch, die man als klassische Nichtficker verstehen könnte. Dabei sind die Fächer egal, allerdings zieht der Lehrerberuf auch Menschen an, die gerne Macht ausüben und hier sind jene schmierigen, latent dämlichen Skandallehrer, die gerne von hinten auf ein Blatt spannen, doch leider eher prädestiniert dafür.

Jede*r von uns hatte diesen einen Lehrer, der die Hand zu hoch auf den Arm legte oder dessen Blick vom Gesicht gerne mal abwäts rutschte. Und in jedem Kollegium gibt es einen solchen Deppen, der aber in gewisser Weise auch gewähren kann, denn durch gewisse Codes und Machtmechanismen innerhalb von Kollegien – und das nicht nur in Schulen – gibt es hier eine fehlende Sprachfähigkeit innerhalb von Institutionen.

 

Auf die Plätze, fertig, Schutzkonzept

Als Kind der Jugendarbeit, weiß man, dass Schutzkonzepte toll sind. Man hebt dieses Thema auf eine andere Ebene, man verbalisiert Unsicherheiten und man kann Verhalten ansprechen. Verhalten, das komisch anmutet, Verhalten, das geht und das nicht geht.

Sprachfähigkeit hat etwas mit Angstfreiheit zu tun und auch damit, den eigenen professionellen Umgang zu reflektieren.

Ein Schutzkonzept an Schulen wäre auch insofern eine Entlastung für die Lehrer*innen, da es eine formale Anleitung zum Umgang mit Missbrauch ist. Gleichzeitig kann dieses auch helfen, insofern ein Kommunikationssystem mit initiiert ist, auch anonym zu melden. Denn im Beamtensystem herrschen andere Mechanismen, als in anderen Institutionen. Bestimmte Personengruppen haben in solchen Systemen immer mehr Ansehen, als andere, was widerum dazu führt, dass sich Machtmechanismen verselbstständigen.

 

Denn eigentlich sind die Teenagerbrüste und die Teenagerhintern nicht das Problem. Das Problem ist ein System, das auf Preussens Moralkodex basiert – nur leider ist der 1918 gefallen. Doch so lange das Weib zu locken scheint, darf Sabberpaule die Achtklässlerinnen und die Referendarinnen ansabbern – ohne, dass es den Rektor juckt. Nur hats leider noch keiner hinterfragt.

 

Hilfe, ich muss mein Ref abbrechen

Die Berufswahlentscheidung

Ich hatte zunächst die Situation beschrieben, in der man sich im Ref befindet, wenn es nicht so läuft, wie man es gerne hätte. Außerdem fühlt es sich immer wieder blöd an, wenn man mit der Entscheidung konfrontiert wird. Man ist wütend, wenn einen Leute auf ein Studienfach reduzieren (ich sag ja auch zu niemandem: Ey, Du musst nicht den BWLer/Biologen/ Pneumatiker raushängen lassen 😉 ) oder noch vier Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Schuldienst einen darauf festmachen. Deswegen bitte ich Menschen, die mit abgebrochenen Referendaren zu tun haben, erstmal diesen Komplex außen vor zu lassen.

Wer meinen Blog kennt, weiß, dass gerade die Berufswahlentscheidung echt schwierig ist. Doch oft kommt genau die Frage: Wie kamst Du darauf, Deinen Lebensweg so zu gestalten?… Und ja, ich weiß es nicht genau. Was ich aber beschreiben kann, ist, wie ich vorgegangen bin. Ich hab mir Fragen gestellt, die ich versuchte, möglichst ehrlich zu beantworten…

Warum hab ich mir das angetan?

Ich war eine ganz gute Schülerin. Vor allem in den Fächern, die ich studiert hatte war ich gut, weil ich Spaß daran hatte. Vor allem Deutsch und Politikwissenschaft waren meine Babys in der Schule.Deswegen stand für mich fest, dass ich das, was ich gelernt hatte, gerne weiter nutzen möchte. Auch Pädagogik war immer etwas, woran ich Spaß hatte. Daher dann auch die Entscheidung für meinen Master und gegen ein duales Studium bei einer Behörde.

Was kann ich eigentlich gut?

Dann kam eine Stärken-/ Schwächenanalyse. Ich habe mich auch durch gefühlte drölf Tests zum Thema Berufswahl geklickt. Irgendwann war es mir klar, dass ich nichts machen kann, das rein fachlich auf der Theorieebene stattfindet.

Was will ich gar nicht?

Beamtenverhältnis, Loyalitätspflicht und so… Ja, ich muss meinem Arbeitgeber gegenüber loyal sein, aber am staatlichen Nicht-Rühren-Dürfen unter manchen Rektoren würde ich zerbrechen.

 

Und trotzdem: Ich habe viel mitgenommen. Oft bewundere ich die Lehrer*innen, die seitenweise Aufsätze in mehreren Klassenstärken abends korrigieren. Ich bewundere diejenigen, die ihren Job leben und das aus einer tiefen Wertschätzung tun. In meiner Thesis habe ich Lehrer interviewt und musste feststellen, dass viele am System verbittern. Das hätte mich erledigt, denn viele Entscheider sind sehr auf das Wohlwollen der Obrigkeit aus, obwohl sie damit Leben zerstören. Dass sie dabei oft den eigenen Arsch retten, ist das eigentliche Dillemma. Trotzdem bewundere ich viele Lehrer, dass sie sich in diesem Spannungsfeld bewegen und es irgendwie für sich klar bekommen. Einer meiner Probanden sagte mir das, auf die Frage, was seiner Meinung nach ein guter Lehrer sei:

Ein guter Lehrer geht auf seine Schüler ein, er kann gut zuhören, gut analysieren […] worin die Stärken und die Schwächen von den Schülern liegen, worin er sie fördern kann. Ein guter Lehrer denkt über sich und seinen Unterricht nach und nicht nur einmal, sondern immer wieder.

Und ich finde, das muss sich jede*r Pädagog*in auf die Fahne schreiben.

Do you know…

Crash Course

John Green hat ein Projekt. Mit Filmen, die zwischen zehn und 15 Minuten dauern bringt er einem die wichtigsten Inhalte zur amerikanischen Geschichte näher. Animiert und vor allem kleinschrittig erklärt er die Inhalte der neueren amerikanischen Geschichte.

Die Seite ist grandios für Leute, die sich beispielsweise für Landeskundeprüfungen vorbereiten oder die amerikanische Sichtweise auf Themen betrachten wollen…. aber nicht nur. Neben Geschichte, Politik und Philosophie widmen sich John Green und sein Bruder auch den Naturwissenschaften und der Popkultur… vielleicht wäre das auch was für bilingualen Unterricht 😉

https://www.youtube.com/channel/UCX6b17PVsYBQ0ip5gyeme-Q