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Verballhornte Zitate

„Gorgeous hair is the best revenge“ (Chewbacca)

DU5L

Tu gutes und wichs Dir einen drauf

Ich hatte eine Tante, die wollte ständig ihr gesamtes Vermögen an den Tierschutz spenden, wenn man nicht tat, was sie wollte. Die Frau war die Erbtante meines Dads und deswegen war auch das Tierheim der örtlichen Kreisstadt nach ihrem Tod unwahrscheinlich reich. Da Dads und meine Klappe ähnlich unkontrollierbar sind, kann ich schlecht auf Erbtanten hoffen. Gleichzeitig habe auch ich ein butterweiches Herz und gebe gerne Dinge ab.

Berufsbedingt bin ich mit allerhand großem und kleinem Leid konfrontiert und habe mir eine Art Leidbewältigungsstrategie zugelegt. So agiere ich bei vielem recht rational, heule aber bei traurigen Szenen im TV. Das ist so meine Kiste.

Umso mehr erstaunt es mich immer wieder, wie Menschen mit ihrem Drang nach Anerkennung für das Tun von Gutem umgehen. Eine Vinzentinerin [1] sagte mir, dass um Gutes zu tun, der Impuls aus Dir kommen muss, gemäß des Ordensmottos: Liebe sei Tat. Das finde ich eigentlich einen guten Gedanken. Denn in allem, was ich tue, sollte Liebe impliziert sein. Ob das jetzt beim Nudelnkochen oder beim Nasebohren zwangsläufig der Fall ist, sei dahingestellt, trotzdem finde ich es einen tollen Ansatz, den es zu verfolgen gilt – zumindest von meiner Seite aus.

Einmal Seelenheil mit viel Sahne, bitte

Ich gebe zu, ich versuche mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Dass ich manches übersehe, ist vielleicht sogar gut für mich, doch fiel mir in letzter Zeit einiges auf.

Immer mehr Menschen scharren ihre seltsamsten Einkäufe zusammen und wollen sie alten Menschen geben, weil es ja Altersarmut gibt. Bitte was? Irgendwie geht es nicht in meinen Kopf hinein, dass ältere Menschen jetzt das essen müssen, was ich nicht mehr will? Entschuldigung, aber von sowas juckt mir nicht nur die Faust, mein ganzer Körper will diesen Menschen in die Fresse springen.

Wie entwürdigend ist das denn bitte? Anstatt Zeit mit Menschen verbringen zu wollen, mit ihnen einkaufen zu gehen oder sie anzuhören, schenke ich ihnen eine Packung Trockenspätzle? WTF. Ich habe eine Nachbarin, die fast 100 ist und meine Mom mit fast 80 klingelt regelmäßig und fragt, was sie braucht. Ich mache das auch. Und es gehört einfach zu einer guten Nachbarschaft, dass man mal was mitbringt, mal ein Brot holt oder einfach nur die Katze einfängt. Da brauch ich keine alte Baleadusche einer „Omi“ schenken, wenn sie keine will. Auch alte Menschen haben sowas wie ihren Stolz und ihre Grenzen und daran sollte man sich halten.

Das verratzte Paar Schuhe

Mir ging das einst auf, als meine Tante (aus der Architekten- und Ingenieursdynastie) ein paar Schuhe schenkte. Meine Oma war eine hart arbeitende Frau, die als Kriegerwitwe alles, was sie hatte in die pissige Popelwohnung steckte, die sie von ihrem Bruder mietete, obwohl sie ihr gehörte. Ihre dummdreiste Schwägerin schenkte ihr dann ausgelatschte Altdamenschuhe aus dem privaten Altenstift in dem sie einen auf granatenmäßig Gönnerin machte.

Ich war damals acht und mein Vater vollzog die geilste Schimpftirade und in mir wuchs der Gedanke, dass Helfen und Helfen zweierlei Paar Stiefel sind. Für viele Menschen ist es eine Art Egostate. Jetzt mag man sagen, dass es egal ist, wohin das Geld oder die Sachen gehen. Doch wenn es wenigstens Geld wäre.

Ein Kollege von mir arbeitet für eine sehr große Organisation, die Kleiderspenden annehmen und er meinte, dass es teilweise echt frech sei, was Menschen spenden. Oft ist in meinen Augen der Gedanke im Hintergrund, dass die Bedürftigen gefälligst dankbar zu sein haben. Doch es steht auf einem anderen Blatt, ob es derjenige wirklich brauchen kann. Hier sind wir wieder bei den Omas und den Trockenspätzle.

Vielleicht wäre es sinnvoller, wenn man Zeit mit den Menschen verbrächte. Denn davon hat man selbst mehr. Einer meiner Jungs, der in einem Altenheim seinen Dienst ableistete, meinte es mal so: Wenn ich mich mit den alten Menschen hinsetze, mit ihnen eine Runde Karten spiele, dann habe ich viel gelernt. Ich kenne mich jetzt mit Fluchtbiographien aus und weiß, wo die Mühle der Familie von Herrn X in Böhmen stand. Als er seinen Dienst beendet hatte, weinten die alten Menschen und er kommt heute noch und liest ihnen vor, obwohl er längst einen gut bezahlten Job hat. Er meinte zu mir, dass es ihm im Herzen guttut und ja, das ist so.

Babykätzchen flauschen oder nachts Teenies von der Straße ziehen – tu es einfach

Ich habe diverse Bekannte, die ins Tierheim gehen und mich immer wieder verständnislos ansehen, wenn ich sage, dass ich lieber meine Teenies von der Straße einsammle oder mich um ihre Themen kümmere. Warum? Ich bin nicht so der Mordstierfreund, aber die Probleme meiner Kids kenne ich.

Es ist egal, was man macht, aber man sollte sich selbst manchmal dabei hinterfragen. Wichtig ist, das Gegenüber im Blick zu behalten und das nicht aus dem eigenen Ego herauszumachen. Und genau das ist doch das, was mit Liebe sei Tat gemeint ist. Nur darf ich keine Dankbarkeit erzwingen, dann wird’s scheiße.

 

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… erklärt

Meine neue Kategorie:

  • Um Studieninhalte und pädagogisches Fachwissen besser kapieren zu können, braucht man manchmal Hilfe
  • Die beste Plattform dafür ist Youtube, da ich beispielsweise ein audiovisueller Lerner bin, habe ich mich mit YT-Videos zu einem Studienabschluss gepusht
  • Sammlung meiner liebsten Links zu psycholgischen, pädagogischen, politischen, historischen etc. Themen

Viel Spaß!

Luhmann erklärt

Warum man sie kennen muss? Jeder, der eine Forschungsarbeit verfasst (verfassen muss), stößt auf ihn. Dozenten neigen immer wieder zu verklausulierten Erklärungen. Das Video zeigt, wie Systemtheorie funktioniert.

Und wer mit dem Gedanken spielt, sich mit Systemen befassen, sollte zumindest wissen, wer Luhmann war und wie seine Systemtheorie funktioniert.

Do you know Roland Reichenbach

Er ist Professor der allgemeinen Erziehungswissenschaft und in meinen Augen einer der großartigsten Pädagogen.

Michel in a Höhle

Ich hatte neulich ein Gespräch zum Thema Ref. Ja, ich weiß, es ist mein Lieblingsthema – aber auch, weil mich Schatz mal wieder motiviert hat, etwas dazu zu schreiben.

Eigentlich ist das Ref etwas total Philosophisches, denn man bewegt sich irgendwo zwischen Michel Foucault und dem Höhlengleichnis. Irgendetwas Kafkaeskes zeigt da noch die gesamte Absurdität des Systems.

Warum?

Man geht doch davon aus, dass Lernen aus Trial und Error besteht. Man versucht es, scheitert, sucht sich einen anderen Weg und dann geht wieder von vorn los. Kleinen Kindern beim Laufen zuzusehen, ist hier ein Besipiel. Der Zwerg zieht sich hoch, macht einen Schritt und landet auf dem Arsch. Irgendwann werden aber aus den zwei kleinen Tapsern Kilometer. Niemand musste sich von seinen Eltern anhören, so das kannste nicht. Du bist nicht binnen 2 1/2 Monaten gelaufen, also hast Du nie mehr die Erlaubnis zu laufen. Eigentlich willst Du gar nicht laufen und du eignest Dich nicht dafür. Krabble doch lieber. Nein, stattdessen hat man uns geholfen.

Das endete spätestens in der Schule mit Lehrern in Fächern wie bei mir BWL. Du verstehst es nicht, brauchst Unterstützung? Nee, du bist zu doof, um zu kapieren, wie ich es erkläre. Dies reproduziert sich im Ref zusätzlich, denn da kann man permanent mit dieser Haltung konfrontiert sein.

Vom Höhlengleichnis und Michelle Foucault.

Das Höhlengleichnis von Platon [1] beschreibt, dass Wahrheit immer an die eigene Wahrnehmung gekoppelt ist. Im Wesentlichen ist das Höhlengleichnis hier in dem Kontext zu verstehen, dass sich die Schule in sich und an sich eine eigene Wahrheit konstruiert. Diese Wahrheitswahrnehmung lässt sich auf folgende Punkte reduzieren, die diese Wahrnehmung beeinflussen:

  • Wertehaltungen, die im Kollegium, der eigenen Gesellschaftsschicht und der eigenen Sozialisation als erstrebenswert gelten. Diese können oft auf den mit der Schülerklientel gemachten Erfahrungen basieren. Diese Haltungen basieren aber oft nicht auf direkt gemachten Erfahrungen, sondern auf sekundär Erlebtem. Wenn die VLK- Klasse schwierig ist, so gelten zunächst eigene Kinder mit Flucht- und Migrationshintergrund als schwierig. Zeigen diese dann das schwierige Verhalten in der eigenen Klasse und schlägt dann noch Framing[2] zu, so entstehen Bilder, die zu Wahrheiten werden
  • Das eigene Wahrheitsmonopol schlägt zu. Lehrer sind immer in der Situation Wahrheiten zu vermitteln, denn sie vermitteln „Richtig“ und „Falsch“. Das kommt von einer stark naturwissenschaftlichen Konstruktion von Wissen, wie sie in der Schule gelehrt wird. So wird anhand fest definierter Paradigmen eine Einteilung in richtig und falsch unternommen. Dies zeigt sich beispielsweise an der Einteilung in Säuren und Basen, was jedem naturwissenschaftlich gebildeten Menschen durchaus plausibel vorkommt. Wie ist es aber mit den lang-, mittel- und kurzfristigen Folgen des Ersten Weltkriegs? Wann ist langfristig lang- und nicht mittelfristig? Hier könnte man stundenlange politisch- historische Diskussionen führen.
  • Als Referendar befindet man sich in einer ständigen Beobachtungssituation. Egal, was man tut, jedes Wort, jede Geste und jeder Zucker wird auf die imaginäre Goldwage des Wahrheitsmonopols der Lehrer gelegt. Sensationell ist dann, wenn einem Mentoren sagen, was man gesagt habe (viel mehr, was sie verstanden haben) und dass das falsch sei. Je nach Reaktion wird einem dann empfohlen, sich in Therapie, Supervision oder gleich in eine geschlossene Einrichtung zu begeben. Genau hier wird sich der eigenen Definitionsmacht bedient, die aufgrund des asymmetrischen Hierarchieverhältnises besonders wirkt. [3]

Man stelle sich diese Punkte in einem Zusammenwirken vor, das auf einem asymmetrischen Machtverhältnis basiert. Hier wird auf die eine Partei manssiver Druck aufgebaut, wohingegen die andere Partei eine Deutungshoheit hat.

Und sonstige Randbedingungen…

Ein weiterer Punkt, der besonders hier ins Gewicht fällt, ist die Abhängigkeit vom Beamtenverhältnis. Wird man, egal wie lange man drin ist, aus dem Beamtenverhältnis entlassen, hat man keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung im klassischen Sinne (ALG I), sondern man fällt sofort ins ALG II.

Des weiteren muss man hunderte von Eurones in die private KV stecken, was man mit dem üblichen Satz eines Harzers nicht kann. Dies hat eine schier unkontrollierbare Existenzangst zuf Folge. Diese ist jetzt weder für die eigene psychische Konstitution noch für die Selbstsicherheit so zuträglich. Also man steckt in einem Dilemma, vor allem wenn man ein gewisses Lebensalter überschritten und keine reichen Eltern hat.

„Man kann im Ref ja immer noch raus“.

Dieser Satz bewegt mich zu Brechreiz. Eigentlich ist es Strahlkotzen der wunderbarsten Sorte. Betrachtet man die an einen Abbruch geknüpften sozialen und finanziellen Einbusen, kann es Menschen zum Zerbrechen bringen. Wie hier im Blog mehrfach erläutert, muss man mit einigen, nicht ganz angenehmen Konsequenzen rechnen – und da sind die Gespräche mit dem Arbeitsamt noch die erbaulicheren.

 

Soziale Folgen des Abbruchs

Viele Leute, die das Ref abbrechen – und das trifft die enthusiastisch an den Job gegangenen noch mehr als diejenigen, die es mal versucht haben – kämpfen mit nachhaltigen psychischen Problemen. Wird man zum Beispiel gelobt, ist man immer kritisch, ob nicht ein „aber“ kommt. Man lernt die eigene Leistung unter einem ständigen Innovierungsdruck zu sehen und dass man nicht gut genug ist. Des Weiteren gibt es ehemalige Referendare, die unter Schlafstörungen, Angstzuständen und psychosomatischen Folgen leiden.

Abbrechen ist nicht witzig, aber es kann durchaus eine Chance sein, sich selbst zu sortieren, sich abzugrenzen und sich neu aufzustellen. Man kann es als Belastung oder als Chance sehen. Aber man sollte NIE die Hoffnung in die eigenen Fähigkeiten aufgeben, gerade wenn jemand versucht, einem das Rückgrad rauszunehmen. Man wird aber nie drumrumkommen, dass einem einige Wirbel geklaut werden oder diese zumindest beschädigt sind.

 

 

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Danke Stevie.

Mädels, seid lieber Wonderwoman, Jene Grey (nicht die Mutter vom Fifty Shades of Grey Typen) und Black Widdow und nicht diese Hohlpflunzenhüllen. Danke

https://pinkstinks.de/

Strukturelle Reproduktionsmechanismen

Tipps, mit denen ich immer viel anfangen kann, beginnen oder enden mit „das macht man halt so“. Ich habe eine Kollegin, die mir den Satz von Goran Kikic, einem Mentalcoach und Autor ins Fach im Büro legte:

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Ja, wenn alle etwas sagen, dann scheint es zwangsläufig so zu sein. Ich habe mich lange mit der Konstruktion von Wahrheit beschäftigt und mir fiel da immer eine Schulkameradin von mir ein, die gerne die Wahrheit anders konstruierte. Sie behauptete Dinge und war dann so garstig zu einem, wenn man ihr widersprach. Wegen solch eines Widerspruchs hatte ich tolle Narben in der Grundschule am Arm. Die Narben sind verheilt und ich denke mir oft, wenn das jemand heute machen würde, hätte derjenige tolle Narben, aber nicht am Arm, sondern auf der Nase. Nichtsdestotrotz denke ich mir heute, dass sie eine unfassbar faszinierende Gabe hatte: Wahrheiten verdrehen.

In meinem jetztigen Job begegnet mir das oft und es ärgert mich. Sei es, dass meine Kids einfach mal heimgehen, obwohl sie noch Stunden abzuleisten hätten, oder, dass Eltern mir erklären, was im Arbeitsvertrag ihres bereits seit zwei Jahren volljährigen Kindes steht. Nach dem Ärger grinse ich oft, denn da merke ich, dass Wahrheiten subjektiv sind.

Und jetzt? Wenn die Wahrheit anderer subjektiv ist, dann darf das auch meine Auslegung sein. Dagegen anzuargumentieren ist oft schwierig, aber es lohnt sich, denn man sagt einfach nein. Man macht es einfach anders und so lange man sich damit nicht strafbar macht, kann man das auch guten Gewissens tun. Denn schließlich zeigt das auch, dass man selbst denkt und sich neue Lösungsvorschläge ausdenkt. Auch das Scheitern darf dabei innbegriffen sein.

Meine liebe Kollegin gab mir auch eine Geschichte, die von der Schule der Tiere handelte. Nicht alle Tiere konnten alles gleich gut, aber das, was sie konnten, machten sie super. Also seid mutig, auch wenn Eure Wahrheit sich mit der der Gesellschaft bricht. Ok, ich hatte 4 Punkte in Mathe, hab trotzdem Abi und bin jetzt echt gut in dem, was ich tue. Meine Scheiß-BWL-Note ist dahin und vergessen, auch wenn sie mir beinahe das Abi gekostet hätte. Stattdessen habe ich mein Ding gefunden und das auch, weil mir Menschen sagten, dass das, was ich tue, total grauslig sei.

Mittlerweile denke ich mir, ich muss weder Schlüssel werfen, um Menschen zum Zuhören zu bringen, noch drakonische Strafen verteilen. Ok, ich habe mehr Macht als Lehrer, aber ich habe doch genug Standvermögen, zu kommen und Dinge zu tun, denn ich weiß einfach nicht, wie man es vorher gemacht hat. Echt jetzt.